Bessere CO2-Bilanz durch nachhaltiges Verpflegungsmanagement

Nachhaltigkeit

Durch ein nachhaltiges Verpflegungsmanagement lässt sich die CO2-Bilanz von Einrichtungen positiv beeinflussen und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die AWO Schwaben hat sich deshalb diesem Thema angenommen, um die Abläufe rund um die Verpflegung in den AWO Seniorenheimen zu optimieren.

Lieferten interessanten Input zum nachhaltigen Verpflegungsmanagement, von links: Thomas Diekamp (Referent für Klimaschutz, AWO Bundesverband), Marion Leichtle Werner (Vorständin für Finanzen, Bau, Nachhaltigkeit, Gleichstellung und Vielfalt, AWO Schwaben), Sandra Burger (Nachhaltigkeitsmanagerin, AWO Schwaben) und Keynote-Speaker Matthias Kurandt (Bereich Ernährung und Planetary Health, KLUG). Foto: AWO Schwaben / Daniela Ziegler

An die Mahlzeiten in den Pflegeinrichtungen werden viele Ansprüche gestellt: Qualität und Geschmack sollen gut sein, gesundheitliche Aspekte müssen berücksichtigt werden und nicht zuletzt zeigen die CO2-EmissionenBilanzen der Einrichtungen, dass gerade im Bereich der Verpflegung einiges für den Klimaschutz getan werden kann.


Hierzu ein Beispiel:
Die AWO Schwaben produziert im gesamten Bezirksverband aktuell rund 2.000 Mahlzeiten pro Mittagessen. Dabei verursacht ein Kilogramm Rindfleisch rund 13,3 kg CO2-Emissionen. Bei einer aktuellen Fleischmenge von 94 Gramm pro Portion bei einer warmen Mahlzeit ergibt sich eine Fleischmenge von 188 Kilogramm pro Mittagessen mit Rindfleisch. Hierdurch werden rund 2500 kg CO2-Emissionen verursacht.
Zum Vergleich: Um eine Tonne CO2 aufzunehmen, benötigt eine Buche rund 80 Jahre. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Buche für die Menge an CO2-Emissionen, die durch ein Mittagessen verursacht wird, rund 200 Jahre benötigt. Die AWO Schwaben hat sich deshalb entschieden, an zwei Tagen in der Woche ausschließlich vegetarische Mahlzeiten anzubieten.

 

Zusammenhang von Ernährung, Gesundheit und planetaren Grenzen
Um ein noch besseres Verständnis für die Bedeutung eines nachhaltigen Verpflegungsmanagements für die CO2-Bilanzen zu schaffen, hat die AWO Schwaben in Zusammenarbeit mit dem AWO Bundesverband und der Organisation „Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit – KLUG“ eine Veranstaltung zum Thema „Nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung im Seniorenheim“ durchgeführt. Keynote-Speaker Matthias Kurandt von KLUG, der selbst gelernter Koch und studierter Gesundheitswissenschaftler ist, informierte die Teilnehmer*innen über die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und planetaren Grenzen. Durch ein eingebautes Quiz im Vortrag wurde das Publikum immer wieder aktiv in die Diskussion einbezogen und es entwickelte sich ein reger Austausch über die aktuelle und künftige Verpflegung in den Seniorenheimen der AWO Schwaben. 

 

Verpflegung als Baustein zur Klimaneutralität
Thomas Diekamp, Referent für Klimaschutz beim AWO Bundesverband und Projektleiter eines AWO-weiten Verpflegungsprojekts in Pflegeeinrichtungen, gab Einblicke in die Rolle der Verpflegung auf dem Weg zur Klimaneutralität 2040, zu der sich die AWO als Gesamtverband verpflichtet hat. Sandra Burger, Nachhaltigkeitsmanagerin der AWO Schwaben, informierte über die aktuelle Datenlage zur Verpflegung in den Seniorenheimen des schwäbischen Bezirksverbands und berichtete über Maßnahmen, im bislang im Verband umgesetzt wurden, um den CO2-Fußabdruck im Bereich der Verpflegung zu senken. Neben dem Fokus auf einem größeren Angebot an vegetarischen Gerichten auf dem Speiseplan ist hierbei insbesondere die Reduktion des Speiseabfalls zu nennen. 

 

Klimafreundlich essen
Zum gemeinsamen Ausklang der Veranstaltung wartete auf die Teilnehmenden noch ein besonderes Highlight. Die AWO Service GmbH hatte klimafreundliche Häppchen zubereitet, deren CO2-Bilanz per Aufsteller auf dem Buffet nachvollziehbar war. So ließ sich das zuvor Gehörte direkt schmackhaft erfahren. Dem nun erfolgten theoretischen Input wird im Herbst 2025 ein Praxis-Workshop für die Köch*innen der AWO Service GmbH folgen, in dem klimafreundliche Rezepte und Komponenten getestet werden sollen. 

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