Finanzierung der Pflegeausbildung - „Das entbehrt jeder Sozialstaatlichkeit!“

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Der Staat bietet ab 1. August 2024 eine Ausbildungsgarantie im Pflegebereich - die Kosten für Pflegeausbildung tragen weiterhin Heimbewohner*innen und Angehörige. Die AWO Schwaben fordert: „Das muss aufhören!“

Dieter Egger, Vorstandsvorsitzender der AWO Schwaben, sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Finanzierung der Pflegeausbildung. Foto: AWO Schwaben / Guido Köninger

„Dass in der Pflege weiterhin die Heimbewohner*innen die Kosten der Ausbildung tragen, ist eine unzumutbare Belastung, das muss endlich aufhören!“, so Brigitte Protschka, Präsidentin der Arbeiterwohlfahrt in Schwaben. „Wir begrüßen das Gesetz der  Bundesregierung zur außerbetrieblichen Ausbildung und für eine Ausbildungsgarantie. Es ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen in Ausbildung und Berufstätigkeit zu bringen, wenn Betriebe nicht mehr ausbilden können“. Doch dieser Schritt löse die  Probleme in der Altenpflege nicht: „Wir reden seit Jahren davon, dass wir Menschen  mit Pflegebedürftigkeit finanziell entlasten und mehr Menschen in Pflegeberufe bringen  müssen. Eine staatliche Finanzierung der Pflegeausbildung würde für beide Nöte eine  dringende Verbesserung bringen“, ist sich Protschka sicher.

 

Die AWO Schwaben fordert deshalb von der bayerischen Staatsregierung die Übernahme der Ausbildungskosten in den Pflegeberufen. Bislang tragen die Kosten in der stationären Altenhilfe die Heimbewohner*innen. Dieter Egger, Vorstandsvorsitzender der AWO Schwaben und zuständig für die 23 Seniorenheime des Wohlfahrtsverbands, bekräftigt den dringenden Handlungsbedarf: „Der Pflegeberuf ist attraktiv, weil hier von Mensch zu Mensch gehandelt wird, eine absolut sinnstiftende Arbeit. Die Rahmenbedingungen und der gesellschaftliche Status machen die Berufswahl jedoch unglaublich schwer.“ Egger sieht zudem dringenden  Handlungsbedarf bei der Entlastung der Bewohner*innen bzw. deren Angehörigen: „Die Preise für Pflegeplätze steigen aufgrund der steigenden Sachkosten. Den Pflegebedürftigen weiterhin die Ausbildungskosten zuzumuten, entbehrt jeglicher Sozialstaatlichkeit.“

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