„Dass in der Pflege weiterhin die Heimbewohner*innen die Kosten der Ausbildung tragen, ist eine unzumutbare Belastung, das muss endlich aufhören!“, so Brigitte Protschka, Präsidentin der Arbeiterwohlfahrt in Schwaben. „Wir begrüßen das Gesetz der Bundesregierung zur außerbetrieblichen Ausbildung und für eine Ausbildungsgarantie. Es ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen in Ausbildung und Berufstätigkeit zu bringen, wenn Betriebe nicht mehr ausbilden können“. Doch dieser Schritt löse die Probleme in der Altenpflege nicht: „Wir reden seit Jahren davon, dass wir Menschen mit Pflegebedürftigkeit finanziell entlasten und mehr Menschen in Pflegeberufe bringen müssen. Eine staatliche Finanzierung der Pflegeausbildung würde für beide Nöte eine dringende Verbesserung bringen“, ist sich Protschka sicher.
Die AWO Schwaben fordert deshalb von der bayerischen Staatsregierung die Übernahme der Ausbildungskosten in den Pflegeberufen. Bislang tragen die Kosten in der stationären Altenhilfe die Heimbewohner*innen. Dieter Egger, Vorstandsvorsitzender der AWO Schwaben und zuständig für die 23 Seniorenheime des Wohlfahrtsverbands, bekräftigt den dringenden Handlungsbedarf: „Der Pflegeberuf ist attraktiv, weil hier von Mensch zu Mensch gehandelt wird, eine absolut sinnstiftende Arbeit. Die Rahmenbedingungen und der gesellschaftliche Status machen die Berufswahl jedoch unglaublich schwer.“ Egger sieht zudem dringenden Handlungsbedarf bei der Entlastung der Bewohner*innen bzw. deren Angehörigen: „Die Preise für Pflegeplätze steigen aufgrund der steigenden Sachkosten. Den Pflegebedürftigen weiterhin die Ausbildungskosten zuzumuten, entbehrt jeglicher Sozialstaatlichkeit.“



