Hitzeschutz in Kindertageseinrichtungen: AWO Schwaben fordert gemeinsames Handeln von Trägern, Kommunen und Staat

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Die zunehmenden Hitzeperioden stellen Kindertageseinrichtungen vor immer größere Herausforderungen. Die AWO Schwaben, Trägerin von 37 Kindertageseinrichtungen, arbeitet intensiv an gezielten Hitzeschutzmaßnahmen. Bei der Finanzierung fordert der schwäbische Bezirksverband einen Schulterschluss von Trägern, Kommunen und Staat.

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Markisen, Rollläden, Sonnensegel und natürliche Beschattung durch Bäume können helfen, das Klima in Kindertageseinrichtungen zu verbessern – wie hier in der AWO Kinderkrippe Stadtbergen. Oftmals sind aber bauliche Maßnahmen erforderlich. Foto: AWO Schwaben / Dominik Schubert

Große Hitze im Sommer stellt viele Kindertageseinrichtungen vor große Herausforderungen. Für die Verantwortlichen der AWO Schwaben, Trägerin von 37 Kindertageseinrichtungen, ist klar: Hitzeschutz ist längst kein Komfortthema mehr, sondern eine Frage des Kinder- und Arbeitsschutzes. Hohe Temperaturen beeinträchtigen die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder ebenso wie die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Entsprechend sieht der Verband dringenden Handlungsbedarf. „Die Folgen des Klimawandels sind längst in unseren Kindertageseinrichtungen angekommen. Es ist unsere Verantwortung, alles dafür zu tun, dass Kinder auch während Hitzeperioden gut betreut werden können und unsere Mitarbeitenden sichere Arbeitsbedingungen vorfinden. Deshalb sind wir bereit, als Träger gezielt in wirksame Hitzeschutzmaßnahmen zu investieren“, erklärt Brigitte Protschka, Präsidentin der AWO Schwaben. 

 

Erfassung der Problematiken für individuelle Lösungen

Um konkrete Lösungen zu entwickeln, haben Verantwortliche der AWO Schwaben aus den Bereichen Bau, Nachhaltigkeit sowie Kinder, Jugend und Familie in den vergangenen Wochen die Kindertageseinrichtungen besucht. Ziel war es, die Gebäude hinsichtlich ihrer Hitzebelastung zu analysieren und gemeinsam mit den Leitungen individuelle Maßnahmen zu entwickeln. „Die baulichen Voraussetzungen unterscheiden sich von Einrichtung zu Einrichtung erheblich. Deshalb gibt es keine Standardlösung für alle. Wir haben uns bewusst die Zeit genommen, unsere Kindertageseinrichtungen einzeln zu betrachten und gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort zu prüfen, welche Maßnahmen kurz-, mittel- und langfristig sinnvoll und umsetzbar sind“, erläutert Jonas Huber, Assistenz Vorstand aus dem Bereich Kinder, Jugend und Familie bei der AWO Schwaben.

 

Gemeinsame Entwicklung von Maßnahmen

Schnell umzusetzende und wirksame Maßnahmen wie Rollläden, Sonnensegel oder Hitzeschutzfolien, helfen, die Raumtemperaturen zu senken. In zahlreichen Einrichtungen wären jedoch weitergehende bauliche Anpassungen erforderlich. Hier stößt die AWO Schwaben an ihre Grenzen. Als Trägerin ist sie in vielen Fällen nicht Eigentümerin der Gebäude und kann größere bauliche Veränderungen daher nicht eigenständig veranlassen.

 

Gemeinsam mit den Kommunen sollen auf Grundlage der Bestandsaufnahme deshalb individuelle Maßnahmenpläne für die einzelnen Einrichtungen entwickelt und umgesetzt werden. „Der Austausch mit den Städten und Gemeinden ist der Schlüssel für nachhaltige Lösungen. Nur gemeinsam können wir Konzepte entwickeln, die dauerhaft wirken und dabei den jeweiligen Gebäuden und den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden“, betont Jonas Huber.

 

Verlässliche Finanzierung zum Wohl der Kinder und Mitarbeitenden

Bei der Umsetzung spielt die Finanzierung eine zentrale Rolle:  Hitzeschutzmaßnahmen sowie deren Betrieb führen zu steigenden Betriebskosten, die derzeit nicht vollständig refinanziert werden. Dabei erfüllen die freien Träger mit ihren Einrichtungen einen kommunalen Betreuungsauftrag. „Der Hitzeschutz in Kindertageseinrichtungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Kommunen, Freistaat und Träger müssen hier gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wenn wir unsere Einrichtungen klimaresilient ausstatten wollen, braucht es dafür auch eine verlässliche finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand. Der Staat steht hier in der Pflicht, zusätzliche Mittel bereitzustellen“, fordert AWO-Präsidentin Brigitte Protschka. Die AWO Schwaben sei bereit, seinen Teil beizutragen. Ziel ist es, rechtzeitig auf die nächste Hitzeperiode vorbereitet zu sein. „Der Schutz von Kindern und Beschäftigten vor extremer Hitze ist keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern Bestandteil einer verantwortungsvollen Betreuungspolitik“, macht Protschka deutlich.

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