Mit dem vierten Workshop fand das Forschungsprojekt „Mitmachen macht stark“, das ein wichtiger Teil der Kampagne „Kinderarmut abschaffen!“ ist, seinen vorläufigen Abschluss. Im Mittelpunkt stand dabei ein gemeinsamer Rückblick auf die vergangenen Monate: Die teilnehmenden Kinder berichteten, wofür sie ihr Studiengeld eingesetzt haben, tauschten ihre Erfahrungen aus und reflektierten, was sich für sie im Verlauf des Projekts verändert hat.
In den Gesprächen wurde sichtbar, dass viele Kinder neue Möglichkeiten entdeckt, Freundschaften sich entwickelt und vertieft haben und sich die Jungen und Mädchen stärker als Teil einer Gemeinschaft erlebt haben. „Es war schön zu sehen, wie die Kinder gelernt haben, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und klar zu äußern. Sie haben bewusste Entscheidungen getroffen, wofür sie ihre finanziellen Mittel einsetzen und gleichzeitig Verantwortung für ihr Handeln zu übernommen“, erklärt Jonas Huber, der das Projekt geleitet hat.
Partizipatives Filmprojekt und ein starkes Gemeinschaftsgefühl
Ein besonderer Schwerpunkt des letzten Workshoptages lag auf einem partizipativen Filmprojekt. Gemeinsam entwickelten die Jungen und Mädchen Szenen, in denen sie sichtbar machten, wie Kinder durch fehlende finanzielle Mittel benachteiligt und teilweise von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden. So entstanden eindrückliche Darstellungen davon, wie es sich anfühlt, nicht mitmachen zu können, nicht dabei zu sein, sich ausgeschlossen zu fühlen – aber auch, welche Veränderungen möglich werden, wenn es gelingt, dabei zu sein.
Zum Abschluss des Forschungsprojekts wurden die Kinder für ihren wichtigen Beitrag als Co-Forscher mit Zertifikaten gewürdigt. „Über den kompletten Forschungszeitraum von mehreren Monaten haben die Kinder mit großem Interesse, viel Freude, sehr engagiert und vor allem pflichtbewusst am Projekt teilgenommen. Für alle Beteiligten war es eine spannende und ganz besondere Zeit in der deutlich geworden ist, wie stark die Kinder als Gruppe zusammengewachsen sind“, zeigt sich Jonas Huber glücklich über den gelungenen Abschluss der Workshop-Phase.
Bewusstsein stärken, Kinderarmut bekämpfen
Auch über das Projekt hinaus wirken die Erfahrungen weiter: Die Kinder haben nicht nur neue Möglichkeiten der Teilhabe kennengelernt, sondern auch ein stärkeres Bewusstsein für ihre Rechte entwickelt und erlebt, dass ihre Stimme zählt. Mit dem Ende der gemeinsamen Projektphase beginnt nun die nächste wichtige Etappe: die wissenschaftliche Auswertung und die Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis. Die AWO Schwaben wird die Ergebnisse in den sozialpolitischen Diskurs einbringen. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, um Kinderarmut nachhaltig zu bekämpfen. „Die Perspektiven der Kinder zeigen eindrucksvoll, wie eng Kinderarmut und soziale Teilhabe miteinander verbunden sind – und wie viel sich verändern kann, wenn Kinder die Möglichkeit erhalten, mitzugestalten und gehört zu werden“, resümiert Jonas Huber.









