Die Bezirkskonferenz der AWO Schwaben 2025 hat beschlossen, das Thema „Kinderarmut abschaffen!“ als sozialpolitisches Schwerpunktthema des Präsidiums in der Arbeitsperiode 2025 - 2029 zu setzen. Der schwäbische Bezirksverband führt hierzu das wissenschaftliche Forschungsprojekt „Mitmachen macht stark“ durch. Kern ist die pädagogische Arbeit mit von Armut betroffenen Kindern, die in dem Projekt eine finanzielle Unterstützung erhalten. Diese soll die Möglichkeit sozialer Teilhabe stärken. Der erste Workshop mit den Kindern fand im Juli statt.
Stärkung sozialer Teilhabe
Im Rahmen des Forschungsprojekts erhalten die teilnehmenden Kinder über einen Zeitraum von zwölf Monaten monatlich 100 Euro, die sie zweckgebunden für Maßnahmen und Anschaffungen verwenden dürfen, die ihre soziale Teilhabe fördern. Hierzu gehören zum Beispiel der Beitritt in einen Sportverein, das Erlernen eines Instruments, der Besuch kultureller Angebote oder gemeinsame Unternehmungen mit Freund*innen. Dabei entscheiden die Kinder eigenständig, wofür sie das Geld ausgeben. Dies fördert die Entwicklung von Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz. Begleitet wird das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Rebekka Bendig und Prof. Dr. Tanja Seider von der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik in Berlin.
Ein zentrales Anliegen ist die Auseinandersetzung mit Kinderrechten und Partizipation. Die Kinder erleben, dass ihre Stimme zählt. Sie werden aktiv in den Forschungsprozess einbezogen – ihre Sichtweisen, Erlebnisse und Ideen fließen in die wissenschaftliche Auswertung ein.
Erfolgreicher erster Workshop
Nach einem Informationsabend mit den Eltern kamen im Juli die Kinder zum ersten von vier Workshops an den beiden Projektstandorten Stadtbergen und Kempten zusammen. Im Mittelpunkt standen das gegenseitige Kennenlernen sowie eine Einführung in die Inhalte und Ziele des Projekts. Die Kinder erhielten ein erstes Coaching im Umgang mit Geld und wurden dazu ermutigt, eigene Strategien für eine verantwortungsvolle Verwendung zu entwickeln.
Besonders spannend war für viele Kinder die Einführung in die kreative Forschungsmethode Photovoice. Dabei werden Kinder ermutigt, mit Hilfe von selbst aufgenommenen Fotos ihre eigenen Perspektiven auf ihre Lebenswelt sichtbar zu machen. Die Fotos sollen ausdrücken, was sie bewegt, was Teilhabe für sie bedeutet oder wo sie im Alltag Barrieren erleben. In den nächsten Workshops wird das Projektthema vertieft und die Kinder begleitet und angeleitet. Denn das Ziel ist klar: „Mitmachen macht stark“.



