Kinderrechte spielerisch kennenlernen

Sozialpolitik

Kinderarmut abschaffen

Im Fokus des dritten Workshops des Forschungsprojekts „Mitmachen macht stark“ standen die Reflexion über soziale Teilhabe, die Auseinandersetzung mit eigenen Rechten und die Stärkung des Selbstbewusstseins – auch angesichts begrenzter finanzieller Mittel.

Die Kinder setzten sich im dritten Workshop intensiv mit ihren Kinderrechten auseinander. Foto: AWO Schwaben

Auch im dritten Workshop des Forschungsprojekts „Mitmachen macht stark“, das die AWO Schwaben im Rahmen ihrer der Kampagne „Kinderarmut abschaffen!“ durchführt, haben die teilnehmenden Kinder wieder aktiv mitgearbeitet und ihre Ausgaben vor dem Hintergrund einer verbesserten sozialen Teilhabe reflektiert. „Die Kinder haben sich ausgetauscht und dabei voneinander erfahren, für welche Dinge und Aktivitäten das Studiengeld ausgegeben oder längerfristig gespart werden kann. Dies ist sehr gewinnbringend für alle“, erklärt Silke Scherer, Vorständin für den Bereich Kinder, Jugend und Familie bei der AWO Schwaben.

 

Soziale Teilhabe erleben
Im Rahmen der dritten Workshops in Stadtbergen und Kempten wurden die Inhalte des vorherigen Workshops erneut aufgegriffen und intensiviert. Auf Fotos hielten die Kinder fest, 

wofür sie ihr Geld bisher ausgegeben haben und, wie ihnen diese Dinge mehr soziale Teilhabe ermöglichen. Im Gruppengespräch standen vor allem folgende Fragen im Fokus:

  • Was ist auf dem Foto zu sehen?
  • Was hast du damit erlebt? Was hast du damit gemacht? Wer war dabei?
  • Wie hat es sich angefühlt?
  • Kannst du dadurch irgendwo besser mitmachen?
  • Hat sich dadurch etwas verändert in deinem Leben? Wenn ja, was?

So berichtete ein Kind, dass es sich mit dem Projektgeld erstmals einen größeren Wunsch erfüllen konnte – und dabei erfahren hat, dass auch mit einem kleinen Budget hochwertige und sinnvolle Dinge erschwinglich sind, etwa durch Kauf aus zweiter Hand oder durch eine Zahlung in mehreren Raten. Dieses Beispiel zeigt gut, wie finanzielle Selbstständigkeit gefördert und soziale Teilhabe gestärkt werden kann. Andere Kinder erzählten von Ausflügen ins Kino oder einer Geburtstagsfeier in einem Erlebnisbad. „Wichtig war den Kindern hierbei immer, dass Geschwister oder mehrere Freundinnen oder Freunde daran teilnehmen konnten. Es ist wirklich toll, wie viele Gedanken sich die Kinder machen und die soziale Komponente in den Mittelpunkt stellen“, freut sich Jonas Huber, Leiter des Forschungsprojekts.

 

„Ich bin gut, so wie ich bin!“ 

Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops lag auf Empowerment, also einem Prozess, der Menschen und Gemeinschaften befähigt, mehr Kontrolle über ihr Leben zu erlangen, ihre Stärken zu nutzen und selbstbestimmt zu handeln. Darüber hinaus nahm auch die kindgerechte Vermittlung von Kinderrechten Raum ein. Beispielsweise setzten sich die Kinder im Kinderrechte-Team mit Mut machenden Sätzen auseinander wie „Ich bin gut so wie ich bin““ oder „Ich darf all meine Gefühle fühlen!“. Dabei wählte jedes Kind seinen persönlichen Lieblingssatz aus und erklärte, warum gerade dieser Spruch so gut zu einem passt und wann sie sich genau so fühlen möchten. Durch diese kreative Form des Arbeitens bekamen die Kinder spielerisch Zugänge zu Kinderrechten wie „soziale Sicherheit“ und „angemessene Lebensbedingungen“. Diese sollten Kinder anschließend mit ihrem eigenen Alltag verknüpfen. Die Übungen stärkten spürbar ihr Selbstbewusstsein und unterstützten sie darin, ihr Recht auf Teilhabe und ein gutes Aufwachsen aktiv wahrzunehmen.

 

Ein weiterer Baustein des Workshops war die Weiterentwicklung der Wünsche und Erwartungen in Bezug auf soziale Teilhabe. Dadurch sollten sie herausfinden, welche Unterstützungsbedarfe notwendig sind, um künftig ihre soziale Teilhabe noch zu verstärken und sich noch mehr als Teil der Gesellschaft zu erleben. 

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