Das Forschungsprojekt „Mitmachen macht stark“ im Rahmen der Kampagne „Kinderarmut abschaffen!“ der AWO in Schwaben findet in zwei Gruppen – im Augsburger Raum und im Allgäu – statt. Rund 20 Kinder aus armutsgefährdeten Familien setzen sich hierbei mit ihren Kinderrechten und dem Thema sozialer Teilhabe auseinander. Über den Zeitraum eines Jahres erhalten sie monatlich 100 Euro. Die Kinder können selbst entscheiden, für welche Aktivitäten, Anschaffungen oder Erlebnisse sie diese verwenden, um ihre Teilhabe im Alltag zu stärken. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern darum, neue Möglichkeiten zu entdecken, Interessen zu verfolgen und Selbstvertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit zu entwickeln.
Kreative Hobbys und Gemeinschaftserlebnisse
Im September fand der zweite Kinder-Workshop statt, der ganz im Zeichen der Reflexion und Mitbestimmung stand. Dabei berichteten die Kinder, wofür sie ihre monatliche Zuwendung verwendet haben und tauschten sich darüber aus, was ihnen gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Besonders spannend war dabei, wie die Kinder ihre Erlebnisse und Entscheidungen im Rahmen der Photovoice-Methode sichtbar machten. Mit ihren im Alltag aufgenommenen Fotos hielten die Kinder fest, was sie sich durch das Projektgeld ermöglichen konnten und welche Bedeutung diese Anschaffungen oder Erlebnisse für sie haben. Die Bilder zeigten beispielsweise neue Freizeitaktivitäten, kreative Materialien oder Gegenstände, die gemeinsame Erlebnisse mit Freundinnen und Freunden ermöglichen. Einige Kinder berichteten stolz, dass sie durch ihre Anschaffungen neue Interessen entdeckt oder Freundschaften vertiefen konnten. Diese Erfahrungen wurden in den persönlichen Geschichten der Kinder besonders greifbar.
Persönliche Geschichten die berühren
So erzählte ein Kind voller Freude, dass es mit dem Geld sein geschenktes Fahrrad gemeinsam mit dem Onkel reparieren konnte. Stolz berichtete das Kind, dass es nun nachmittags mit Freundinnen und Freunden gemeinsam fahren kann. - Ein Paradebeispiel für soziale Teilhabe! Solche Geschichten zeigen eindrucksvoll, was das Projekt in der Lebenswelt der Kinder bewirkt, wie Projektleiter Jonas Huber von der AWO Schwaben beschreibt: „Die Kinder bringen mit ihren Fotos und Erzählungen sehr eindrucksvoll zum Ausdruck, was Teilhabe für sie bedeutet. Sie zeigen, dass es nicht nur um materielle Unterstützung geht, sondern um das Gefühl, dazuzugehören, etwas bewirken zu können und gehört zu werden. Gerade in solchen Momenten wird spürbar, wie wichtig es ist, dass Kinder erleben können, selbst etwas zu schaffen und zu gestalten.“
Spenden für mehr soziale Teilhabe
Neben zahlreichen AWO Kreisverbänden haben auch schon Unternehmen das Projekt und die Kampagne „Kinderarmut abschaffen!“ durch Spenden unterstützt – und zeigen damit Einsatz für mehr soziale Teilhabe von Kindern und gegen Kinderarmut. AWO-Präsidentin Brigitte Protschka: „Wir freuen uns sehr über jede einzelne Spende. Es ist toll, dass wir die Unterstützung aus der AWO Familie und von Unternehmen bekommen. Wir möchten, dass das Thema Kinderarmut mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit erfährt und Gesellschaft und Politik ein Bewusstsein für dieses Problem entwickeln.“









