Ein echtes Vorzeigeobjekt ist der Neubau des AWO Seniorenheims Augsburg-Herrenbach, den die AWO Schwaben am heutigen Freitag mit der symbolischen Schlüsselübergabe durch den Architekten Michael Amberg, Architekturbüro Höss Amberg + Partner, offiziell eingeweiht hat. Insgesamt 22 Millionen Euro hat das Großprojekt gekostet, das vom Freistaat Bayern gemäß der Richtlinie „PflegesoNah“ mit rund 4,2 Millionen Euro gefördert wurde.
„Ein herzliches Dankeschön an den Freistaat Bayern für die Förderung dieses zukunftsweisenden Projekts. Durch die staatliche Förderung reduziert sich der Investitionskostenanteil für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und auch der Bezirk profitiert von entsprechenden Einsparungen. Dies ist sehr erfreulich, aber auch notwendig“, erklärt Brigitte Protschka, Präsidentin der AWO Schwaben. „Mit diesem beeindruckenden Neubau setzen wir ein starkes Zeichen für die Zukunft der Pflege. Als AWO Schwaben möchten wir älteren Menschen nicht nur einen Pflegeplatz anbieten, sondern ein Zuhause, in dem sie sich sicher, geborgen und wertgeschätzt fühlen. Eine angemessene Wohn- und Lebensumgebung ist die Grundlage dafür.“
Bereits Anfang Juni konnten alle Bewohner*innen aus dem alten Gebäude in den vierstöckigen Neubau in der Matthias-Claudius-Straße in Augsburg-Herrenbach umziehen, der über insgesamt 106 Pflegeplätze verfügt.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach erklärt: „Wir müssen heute die Pflegeinfrastruktur schaffen, die wir morgen brauchen. Der Neubau in Augsburg ist dafür ein starkes Beispiel: Hier sind 106 moderne Dauerpflegeplätze entstanden, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Genau solche Projekte unterstützen wir mit unserem Förderprogramm – in diesem Fall mit rund 4,2 Millionen Euro. Denn gute Pflege bedeutet mehr als Versorgung: Sie soll den Menschen ermöglichen, sich wohlzufühlen und Teil ihres vertrauten Umfelds zu bleiben.“
Spezielle Architektur – modern und nachhaltig
Der Neubau vereint zeitgemäße Architektur, innovative Pflegekonzepte und eine wohnliche Atmosphäre auf höchstem Niveau.Er überzeugt durch ein lichtdurchflutetes System mit großen Fenstern sowie einer klaren Struktur. Durch die spezielle Namensgebung der einzelnen Etagen wurde ein direkter Bezug zur Stadt Augsburg hergestellt. So heißen die einzelnen Ebenen „Siebentischwald“, „Fuggerei – am Roten Tor“, „Lechauen – Herrenbach“ und „Hofgarten – Botanischer Garten“. Entsprechend wurden die einzelnen Etagen mit hierzu passenden Bildern und in unterschiedlichen Farben gestaltet.
Besonderes Augenmerk hat die AWO Schwaben auf Nachhaltigkeit gelegt. Der Neubau wurde nach dem Programm „KfW 40 Nachhaltigkeit“ gebaut, nach Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert und wird mit Fernwärme beheizt. Eine Photovoltaikanlage sowie eine begrünte Dachfläche von rund 700 Quadratmetern leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Wohnbereich für demenzkranke Menschen
Im Erdgeschoss verfügt das Seniorenheim über einen geschützten Wohnbereich für 16 demenzerkrankte Personen. Dieser ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet und zeichnet sich durch klare Kontraste und Orientierungshilfen aus. Zudem wurde ein sogenannter Gerontogarten (Demenzgarten) realisiert. Dieser ermöglicht es Demenzerkrankten, sich auf vorgegebenen Wegen im Garten frei zu bewegen und die Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen. Eine große Dachterrasse, eine Cafeteria, zahlreiche Aufenthalts- und Gemeinschaftsräume sowie großzügige Bewegungsflächen schaffen ein modernes und angenehmes Wohn- und Lebensumfeld und eine Wohlfühlatmosphäre für die Bewohner*innen.
Weitere Stimmen zur Einweihung
Klaus Holetschek(MdL, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag und Staatsminister für Gesundheit und Pflege a. D.)
„Mit dem neuen AWO-Seniorenheim in Augsburg-Herrenbach wurde nicht nur in Beton investiert, sondern in Würde, Lebensqualität und Menschlichkeit. Im Oktober 2023 durfte ich als damaliger Gesundheits- und Pflegeminister den Förderbescheid überreichen – heute ist aus den Plänen ein modernes Zuhause für 106 Bewohnerinnen und Bewohner entstanden, das wohnortnahe und kultursensible Pflege miteinander verbindet. Mein besonderer Dank gilt allen, die dieses Haus mit Leben füllen – vor allem den Pflegekräften, die jeden Tag Nähe, Sicherheit und Geborgenheit schenken.“
Dirk Wurm(Zweiter Bürgermeister der Stadt Augsburg)
„Ein gutes Zuhause im Alter gehört zu den Grundpfeilern einer lebenswerten Stadt. Der Neubau der AWO ist ein Ort, der moderne Pflege mit einem offenen Miteinander verbindet und den Menschen ein würdevolles Leben im Alter ermöglicht. Zugleich ist diese Einrichtung weit mehr als ein Pflegeheim. Sie wird ein wichtiger Anker für den Stadtteil sein und mit ihrer Ausstrahlung das Quartier bereichern. Als Stadt freuen wir uns über dieses klare Bekenntnis zum Standort und danken der AWO für ihr großes Engagement.“
Dieter Egger (Vorstandsvorsitzender sowie Vorstand Personal, Alten- und Behindertenhilfe der AWO Schwaben)
„Wir freuen uns, dass wir mit dem Neubau unseres Seniorenheims
Augsburg-Herrenbach neue Maßstäbe setzen konnten. Doch klar ist: Solche Projekte können auf Dauer nur gelingen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Wir sehen die Politik in der Verantwortung, den Bau von Pflegeeinrichtungen nachhaltig mit Fördermitteln zu stärken. Die Wiedereinführung einer regelhaften Förderung der Investitionskosten ist aus unserer Sicht unabdingbar, um die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Träger zu entlasten. Wer gute Pflege will, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen.“




